Deutsche Minderheit in Polen gewinnt den Titel „Sprachwahrer 2022”

Deutsche Minderheit in Polen gewinnt den Titel „Sprachwahrer 2022”

  • 23 Feb 0

23-02-2023

Die deutsche Minderheit in Polen hat den Wettbewerb „Sprachwahrer 2022” der Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt” gewonnen. Die Information wurde von der Zeitschrift am 21. Februar, also am Internationalen Tag der Muttersprache, bekanntgegeben.

Die Leser der Sprachzeitung wählten die deutsche Minderheit mit 44,6 Prozent der Stimmen mit großem Abstand auf den ersten Platz. Damit würdigen sie den Kampf der Volksgruppe gegen die staatliche Diskriminierung der deutschen Sprache beim Unterricht der Minderheitensprachen im Land, während dieses Problem von der deutschen Öffentlichkeit weitestgehend unbeachtet blieb.

Seit dem Jahr 2000 wählen die Leser der „Deutschen Sprachwelt“ „Sprachwahrer des Jahres“, um vorbildlichen Einsatz für die deutsche Sprache zu würdigen. Die Auszeichnung erhielten bisher beispielsweise Komiker Dieter Hallervorden (2021) und Loriot (2011), Papst Benedikt XVI. (2005) und der Lyriker Reiner Kunze (2002).

 

2022 hat Polen die Finanzierung nur des Unterrichts für Deutsch als Minderheitensprache von drei Stunden auf eine Stunde pro Woche gekürzt, alle anderen anerkannten Minderheitensprachen blieben davon verschont.

Rund 50.000 Schüler im ganzen Land sind davon betroffen. Damit wollte der polnische Staat Druck auf die Bundesregierung ausüben, den Polnischunterricht auf muttersprachlichem Niveau in Deutschland mehr zu finanzieren, obwohl Polnischunterricht als Teil der Bildungspolitik Ländersache ist. Der deutsche Bundeshaushalt für 2023 sieht allerdings letztendlich für den Polnischunterricht erstmals Mittel in Millionenhöhe vor.

Die Diskriminierung der deutschen Minderheit wurde jedoch immer noch nicht rückgängig gemacht und der polnische Bildungsminister Przemysław Czarnek hat bei einem Treffen mit Vertretern der Minderheit in Oppeln in Aussicht gestellt, dass man zu drei Stunden minderheitensprachlichen Deutschunterricht zurückkehren könne, wenn gewährleistet wird, dass nur Kinder von Mitgliedern der Minderheit an diesem Unterricht teilnehmen werden.

 

Dies ist allerdings nicht realisierbar, da nach dem polnischen Gesetz niemand nach seiner Nationalität gefragt werden darf, außerdem sieht die von Polen ratifizierte Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen vor, der Zugang zu einer Minderheitensprache auch Vertretern der Mehrheitsbevölkerung ermöglicht werden soll, um so die Sprache einer Volksgruppe zu fördern und sie vor dem Aussterben zu bewahren.

 

 

Quelle: Artikel Wochenblatt.pl

   

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