Von der Idee zum großen Finale: Wie das Jubiläumsprojekt „Freundschaft, die verbindet“ entstand

Von der Idee zum großen Finale: Wie das Jubiläumsprojekt „Freundschaft, die verbindet“ entstand

  • 23 Jul Off

23-07-2026

Am 30. Juni 2026 erklangen auf den Brettern des Jan-Kochanowski-Theaters in Oppeln (Opole) die letzten Akkorde des Jubiläumskonzerts „Freundschaft, die verbindet“. Mehr als 500 Zuschauer im Saal, über 120 Künstler auf der Bühne, stehende Ovationen und die Anwesenheit hochrangiger Persönlichkeiten aus der polnischen und deutschen Politik. Obwohl das Konzert selbst nur einen Abend dauerte, bildete es den krönenden Abschluss eines sechsmonatigen, äußerst intensiven Projekts.

🏛️ Historischer Kontext: Eine Brücke über Grenzen hinweg

Das Projekt wurde von der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD) ins Leben gerufen, um den 35. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrags zwischen der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit feierlich zu begehen.

Dieses am 17. Juni 1991 unterzeichnete Dokument war für die Deutsche Minderheit in Polen von bahnbrechender Bedeutung: Es bestätigte ihre Existenz und garantierte das Recht auf die Pflege der eigenen Sprache, Tradition und Kultur. In den vergangenen 35 Jahren wurde es zum Fundament für Hunderte von Kommunalpartnerschaften, Wirtschaftsinitiativen und die Gründung von Institutionen wie dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW).

Der SKGD-Vorsitzende Rafał Bartek brachte es treffend auf den Punkt:

„Mit der Organisation dieses Konzerts wollten wir dieses wichtige Jubiläum gemeinsam feiern. Heute können wir sagen, dass es gelungen ist, einen Teil der Vertragsbestimmungen mit Leben zu füllen. Über die Jahre hinweg war und bleibt die Deutsche Minderheit eine Brücke, die die deutsche und polnische Kultur verbindet. Auch wenn die deutsch-polnischen Beziehungen nicht immer frei von Spannungen sind, sind beide Länder eng miteinander verflochten. Umso mehr liegt uns an der Pflege von Beziehungen, die auf Dialog, gegenseitigem Respekt und Zusammenarbeit basieren.“

📅 Chronik des Projekts: Schritt für Schritt zum Erfolg

Die Realisierung des Projekts war eine gigantische logistische und künstlerische Herausforderung. Der Weg bis zum großen Finale gliederte sich in mehrere Schlüsselphasen:

  • Januar: Grundsteinlegung und Teambildung Alles begann Anfang des Jahres mit der Ausarbeitung des konzeptionellen Gerüsts. Das für die künstlerische und technische Gestaltung verantwortliche Team wurde ausgewählt:
    • Dirigenten: Andrzej Weinkopf und Oskar Koziołek-Goetz
    • Bühnenbildnerin: Halina Fleger
    • Moderatoren: Aneta Lissy-Kluczny und Andreas Drescher
  • Februar – März: Repertoireauswahl und die große Rekrutierung Der nächste Schritt war die sorgfältige Auswahl der Musikstücke, die Tradition mit Moderne verbinden und das gemeinsame deutsch-polnische Erbe widerspiegeln sollten. Parallel dazu lief die Gewinnung der Ensembles an – renommierte lokale Blaskapellen und Chöre der Minderheit wurden zur Teilnahme eingeladen. Ein besonderes Highlight war die offene Chor-Rekrutierung: Jeder, der Musik liebt – unabhängig von Alter oder Gesangsausbildung –, konnte sich anmelden und Teil dieses Großereignisses werden.
  • April – Juni: Intensive Proben Das Frühjahr stand ganz im Zeichen harter Arbeit. Die Musiker und Chorsänger trafen sich zu regelmäßigen Proben in ihren Heimatorten, um die anspruchsvollen, eigens für diesen Anlass geschriebenen Arrangements einzustudieren.
  • Juni: Workshops im Schloss Sulisław und die Geburtsstunde des „XXL-Chores“ Der entscheidende Moment, der das gesamte Projekt zusammenführte, waren die zweitägigen künstlerischen Workshops im historischen Schloss Sulisław (Pałac Sulisław):
    • Tag I: Konzentration auf die Instrumentalgruppen. Die vereinigten Orchester feierten ihr gemeinsames Klangbild, die Dynamik und das Tempo.
    • Tag II: Ankunft der Solisten, der Chöre der Minderheit sowie der Teilnehmer aus der offenen Rekrutierung. An diesem Tag harmonisierten über 120 Personen in stundenlangen Generalproben ihre Stimmen und Instrumente zu einem monumentalen Gesamtklang.
🎭 Das große Finale: 30. Juni im Jan-Kochanowski-Theater

Das Jubiläumskonzert, unter der Schirmherrschaft des Sejmmarschals Wlodzimierz Czarzasty erwies sich als riesiger Erfolg – sowohl künstlerisch als auch in Bezug auf die Zuschauerzahlen. Das Publikum füllte den Theatersaal bis auf den letzten Platz, und vom ersten Moment an herrschte eine feierliche Atmosphäre.

Das Event begann mit einem historischen Moment: Künstler und Publikum sangen gemeinsam vier Hymnen:

  1. Die polnische Nationalhymne
  2. Die deutsche Nationalhymne
  3. Die Europahymne
  4. Die oberschlesische Hymne

Eröffnet wurde das Konzert offiziell von Rafał Bartek (SKGD-Vorsitzender) und Zuzanna Donath-Kasiura (Vizemarschallin der Woiwodschaft Oppeln), die das Marschallamt – den Partner des Projekts – vertrat.

🎬 Sehen Sie sich die offiziellen Videoberichte an, einschließlich der Reden und Kommentare der Ehrengäste
Ein magisches Spektakel auf der Bühne

Die Moderatoren des Abends, Aneta Lissy-Kluczny und Andreas Drescher, führten das Publikum charmant und professionell durch die musikalische Reise. Im ersten Teil verzauberte das vereinigte Blasorchester (Zülzer Blaskapelle / Bialska Orkiestra Dęta und die Blaskapelle DFK Pokrzywnitz / Pokrzywnica) unter der Leitung von Andrzej Weinkopf die Zuhörer, unterstützt von den herausragenden Solisten: Sven Solisch, Marcel Bich, Barbara Weinkopf und Oskar Koziołek-Goetz.

Im zweiten Teil des Konzerts erbebte die Bühne förmlich unter der Kraft der Stimmen. Zu den Musikern gesellte sich ein gewaltiger, eigens für diesen Anlass gebildeter Projektchor, bestehend aus folgenden Ensembles:

  • Kupskie Echo (Kupp)
  • Heimatklang
  • Chór Glogovia (Oberglogau)
  • Krappitzer Chor
  • Brosci Chorus (Broschütz)
  • Teilnehmer der offenen Rekrutierung

Mehr als 120 Akteure präsentierten auf einer Bühne polnische und deutsche Stücke und bewiesen, dass Musik die universelle Sprache der Verständigung ist. Die stehenden Ovationen und Freudentränen wollten kein Ende nehmen.

„Es war ein unglaubliches Ereignis und Erlebnis. 120 Mitwirkende (…) präsentierten polnische und deutsche Musik und verzauberten das Publikum. Das Konzert bot viele Momente des gemeinsamen Feierns, aber auch tiefe Emotionen“, fasste Joanna Hassa, die Sprecherin der SKGD, den Abend zusammen.

📷 Erleben Sie diesen besonderen Abend noch einmal in Bildern:

🤝 Diplomatie in der Praxis: Der Besuch von Wlodzimierz Czarzasty und Andrea Lindholz sowie weiteren internationalen Gästen

Das Konzert war nicht nur ein künstlerischer Höhepunkt, sondern auch eine bedeutende Plattform für den politischen und diplomatischen Dialog auf höchster Ebene. Zu den über 500 Gästen zählten Regierungs- und Kommunalvertreter aus Polen, Deutschland und Tschechien.

Besuch der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Andrea Lindholz

Der Besuch von Andrea Lindholz hatte historischen Charakter – die Deutsche Minderheit hatte seit vielen Jahren keinen deutschen Bundespolitiker dieses Ranges zu Gast. Die Vertreter der SKGD bereiteten ein facettenreiches Programm vor, das den Alltag, die Kultur und die Herausforderungen der Minderheit im Oppelner Land veranschaulichte.

  • Dialog im Woiwodschaftsamt: Ein zentraler Programmpunkt war das Treffen von Andrea Lindholz mit dem polnischen Sejmmarschall Włodzimierz Czarzasty, bei dem die Politiker über die Zukunft und den Zustand der deutsch-polnischen Beziehungen sprachen. 👉https://opolska360.pl/o-przyjazn-polsko-niemiecka-trzeba-dbac-spotkanie-w-opolskim-urzedzie-wojewodzkim
  • Festliches Mittagessen und Networking: Eine hervorragende Gelegenheit zur Vertiefung der Kontakte mit Partnern aus Deutschland und Vertretern der Minderheitenorganisationen. 
  • Oppeln entdecken: Gemeinsam mit dem SKGD-Vorsitzenden besichtigte Andrea Lindholz die Oppelner Kathedrale, das Rathaus sowie die moderne Ausstellung im Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen (DAZ).
  • Neues Wandbild des BJDM: Am Mittwoch nach dem Konzert bewunderte die Bundestagsabgeordnete ein neues, großformatiges Wandbild (Mural), das von Jugendlichen des Bundes der Jugend der Deutschen Minderheit (BJDM) anlässlich des 35. Jahrestags des Nachbarschaftsvertrags gestaltet wurde. 
  • Im Marschallamt: Bei den Gesprächen mit Vizemarschallin Zuzanna Donath-Kasiura ging es um Regionalpartnerschaften (u. a. mit Rheinland-Pfalz), gesundheitliche Belange sowie die Aktivierung von Frauen im öffentlichen Leben. 
  • Zu Besuch beim Oppelner Bischof: Treffen mit Bischof Andrzej Czaja, verbunden mit einer Führung durch die renovierte Kathedrale und der Präsentation spektakulärer archäologischer Funde.
  • Sommerlabor der Talente: Der letzte Punkt des Besuchs war ein Treffen mit Kindern, die an einem Projekt des Vereins Pro Liberis Silesiae teilnahmen, was bei der deutschen Politikerin große Begeisterung hervorrief.
Internationale Delegationen und Partner

Zahlreiche weitere hochkarätige Gäste ehrten das Ereignis mit ihrer Anwesenheit, darunter: Knut Abraham (MdB), die Oppelner Woiwodin Frau Monika Jurek, Vizewoiwoden, Abgeordnete, Senatoren sowie Delegationen aus den deutschen Bundesländern. Die Landesbeauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler Jens Baumann (Sachsen) und Andreas Hofmeister (Hessen) absolvierten gemeinsam mit einer Delegation des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI) Studienbesuche in zentralen Institutionen der Minderheit in Oppeln (BJDM, Forschungszentrum der Deutschen Minderheit/FZDM, Eichendorff-Bibliothek). 

📰 Medienresonanz – Lesen und sehen Sie mehr!

Das Ereignis fand in den regionalen, landesweiten sowie den Medien der Minderheit ein breites Echo. Nachfolgend haben wir für Sie die interessantesten Berichte, Presseartikel und Fotogalerien unserer Medienpartner zusammengestellt:

🤝 Danksagung und Partner

Der Erfolg dieses Projekts wäre ohne das enorme Engagement vieler Menschen – Organisatoren, Künstler und unterstützende Institutionen – nicht möglich gewesen. Wir bedanken uns herzlich bei allen, die zur Verwirklichung dieses historischen Ereignisses beigetragen haben.

  • Finanzierung: Das Projekt wurde aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern (BMI) über den Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) sowie aus Mitteln des Ministeriums für Inneres und Verwaltung der Republik Polen (MSWiA)
  • Projektpartner: Das Marschallamt der Woiwodschaft Oppeln und Marschall Szymon Ogłaza.
  • Ehrenpatronat: Der stellvertretende Sejmmarschall der Republik Polen, Włodzimierz Czarzasty.
  • Medienpartner: TVP INFO, TVP3 Opole, Gazeta Wyborcza, Wyborcza.pl, Wochenblatt.pl, O!Polska, Tygodnik Krapkowicki, Tygodnik Ziemi Opolskiej, Radio Doxa, Tygodnik Powszechny, Radio Opole, Dialog, Radio Park.

   

Kontakt

Anna Koschny

+48 77 402 10 76  / +48 510 079 545

anna.koschny@skgd.pl 

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Projektpartner:

 

 

 

 

 

Ehrenpatronat

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