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12 Jan Off
Liebe Freunde,
ich begrüße Euch alle herzlich im Neuen Jahr 2026! Ich wünsche Euch allen Glück, Gesundheit, viel Kraft und Ausdauer, aber auch Freude und Spaß an der Arbeit für die deutsche Minderheit, für die deutsche Kultur und Sprache!
Hinter uns liegt das Jahr 2025 – das Jubiläumsjahr zum 35-jährigen Bestehen unserer Organisation, aber auch ein Jahr, in dem wir an weitere wichtige Jahrestage gedacht haben, wie z. B. den 80. Jahrestag der Tragödie der Deutschen im Osten, die in unserer Region auch als Oberschlesische Tragödie bezeichnet wird. Wir erinnerten auch an das 20-jährige Bestehen des Minderheiten- und Regionalsprachengesetzes.
In Deutschland fanden zu Beginn des Jahres vorgezogene Bundestagswahlen statt, und wir freuen uns, dass die deutschen Minderheiten im neuen Koalitionsvertrag ausdrücklich erwähnt werden. Ebenso positiv war die Novelle des Minderheitengesetzes in Polen – nachdem die in Polen lebenden Minderheiten keine eigenen Abgeordneten mehr stellen, wurde nun ein Minderheitensekretariat eingerichtet.
Für uns war auch die politische Präsenz wichtig. Wir freuen uns über die Einladungen zu Gesprächen in Warschau und Berlin, aber noch mehr über politische Besuche der Politiker in den Regionen, in denen Deutsche in Polen leben. Wir danken besonders Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, und Herrn Miguel Berger, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, für ihren Besuch im Oktober in Oppeln und Gogolin.
An dieser Stelle möchte ich auch Bernard Gaida besonders danken, der im vergangenen Jahr seine „Mission“ als Vorsitzender der AGDM und Vizepräsident der FUEN abgeschlossen hat. Es ist wirklich bemerkenswert, dass jemand aus unserem Umfeld die Minderheiten über so viele Jahre auf europäischer Ebene vertreten hat! Ich bin überzeugt und hoffe sehr, dass dies nicht das Ende von Bernards Engagement ist und dass er weiterhin aktiv für unser Umfeld tätig sein wird.
Wir freuen uns auch, dass es 2025 weitere Fortschritte beim Deutschunterricht in den Grundschulen gab. Nach der Novellierung der Vorschriften können Kinder, die Minderheitensprachen lernen, in den 7. und 8. Klassen vom verpflichtenden Unterricht einer zweiten Fremdsprache befreit werden. Wir wissen jedoch, dass dies noch nicht ausreicht, um einen angemessenen Sprachunterricht sicherzustellen und ihn auch in weiterführenden Schulen fortzuführen. Deshalb stehen in den kommenden Tagen weitere Gespräche mit dem Bildungsministerium an.
Werfen wir nun einen Blick auf die Zahlen unserer Organisation im Jahr 2025:
Jahr 2025 in Zahlen:
- 394 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 511.212,08 PLN im Rahmen des Projekts „Begegnungsstättenarbeit“ (2024 – 370 Projekte, 478.824,25 PLN).
- 71 Kultur- und Sprachprojekte mit einem Gesamtvolumen von 199.500 PLN, unterstützt vom Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Oppeln (2024 – 105 Projekte, 253.240 PLN).
- Im Oppelner Woiwodschaft fanden statt:
- Frühling: 34 von 51 Samstagskursen, Herbst: 28 von 41 Kursen – insgesamt 62 (2024 – insgesamt 66 Kurse, 35/31),
- Kinderclubs: 20 Gruppen von insgesamt 31 in ganz Polen,
- Jugendbox: 8 Gruppen von insgesamt 9 in ganz Polen.
- Miro Deutsche Fußballschule – 12 Standorte, 30 Trainingsgruppen, 470 Kinder (2024 – 12 Standorte, 29 Gruppen, 435 Kinder). Hervorzuheben ist, dass wir trotz der Schließung einer Fußballschule (Lohnau) gleichzeitig eine neue eröffnen konnten (Zembowitz).
- Sprach-, Wissens- und Gesangswettbewerbe:
- Woiwodschaftwettbewetb der Deutschen Sprache: 1.453 Schüler aus 253 Schulen; 54 Teilnehmer qualifizierten sich für das Finale, 29 erhielten den Titel „Laureat“.
- „Superstar“: 100 Anmeldungen, 34 Finalisten (2024 – 84 Anmeldungen, 27 Finalisten).
- Rezitationswettbewerb in deutscher Sprache „Jugend trägt Gedichte vor“: ca. 3.000 junge Teilnehmer.
- XV. Wissenswettbewerb über die deutsche Minderheit: 329 Schüler aus 41 Schulen (2024 – 240 Schüler).
- 32 Projekte, unterstützt durch Selbstverwaltungen und die Woiwodschaft Oppeln, insgesamt 372.194,74 PLN (2024 – 33 Projekte, 384.300 PLN).
- 12 Projekte, finanziert durch das polnische Innenministerium – 651.260 PLN (2024 – 9 Projekte, 595.099 PLN).
- Weitere Projekte dank Unterstützung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat:
- 17 Projekte durch VDG – 1.914.741,98 PLN (2024 – 12 Projekte, 1.671.049,31 PLN),
- 2 Projekte durch die Stiftung für die Entwicklung Schlesiens – 1.547.234,90 PLN (2024 – 2 Projekte, 1.468.030,41 PLN).
- Modernisierung von 3 DFK- SKGD Gebäuden – 52.402,96 PLN (2024 – 12 Standorte, 64.371,03 PLN):
- DFK Ottmuth – Gasheizung 37.788,94 PLN,
- DFK Cosel – Austausch der Gasinstallation 4.382,04 PLN,
- DFK Borken – Austausch des Heizkessels 10.231,98 PLN.
- SES-Zuschuss für Satzungskosten und Eigenmittel der Projekte – 207.250 PLN (2024 – 81.553,40 PLN).
- 37 Kulturgruppen der DMi erhielten finanzielle Unterstützung in Höhe von über 320.000 PLN (2024 – 35 Gruppen, 300.000 PLN).
- Projekt „Nie-Sami-Dzielni – Entwicklung sozialer Dienstleistungen für nicht selbständige Personen – III. Edition“, richtet sich an Senioren in kleinen Gemeinden der Woiwodschaft Oppeln. In 8 Orten fanden Freizeitaktivitäten für insgesamt 160 Teilnehmer statt – Ausflüge, kulinarische, psychologische und sportliche Workshops. Außerdem konnten Senioren psychologische Hilfe telefonisch oder vor Ort in Anspruch nehmen. Das Projekt endet im Februar 2026; wir bemühen uns um Verlängerung bis Ende Mai und planen bereits die IV. Edition.
- 13 von 40 Gemeinden, in denen bis Ende Juni 2024 zusätzliche Deutschstunden als Minderheitensprache eingeführt wurden, reichten Klagen auf Entschädigung beim Staat ein; 6 Gemeinden haben bereits in erster Instanz gewonnen, 1 Gemeinde verlor bisher.
Ich danke allen, die an dieser Arbeit beteiligt sind: den Mitgliedern der DFK, den Vorsitzenden und Vorständen auf allen Ebenen, den Projektkoordinatoren, den Trainern der Miro Deutsche Fussballschule, den Betreuern und Leitern der künstlerischen Gruppen der DMI, den Vorsitzenden und Mitgliedern der Partnerorganisationen sowie den Schulen und Kindergärten, die der deutschen Minderheit verbunden sind.
Mein besonderer Dank gilt auch allen Mitarbeiter:innen der SKGD sowie des VdG-Büros für ihre großartige Arbeit im vergangenen Jahr.
Wir gehen mit verschiedenen Plänen in das Jahr 2026:
- 35 Jahre deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag – dazu planen wir ein Jubiläumskonzert im Kochanowski-Theater in Oppeln.
- Wiederaufnahme der Gespräche am deutsch-polnischen Runden Tisch.
- Änderung der Projektfinanzierung, die bislang über das Konsulat in Oppeln erfolgte – wir müssen sie 2026 umsetzen, ohne die Aktivitäten der DFK zu beeinträchtigen.
- VdG als Dachorganisation der deutschen Minderheit in Polen feiert 35-jähriges Bestehen – wir planen dazu auch einige Image- und Öffentlichkeitsmaßnahmen, über die wir in den kommenden Tagen informieren werden.
Ich danke Euch allen für das aktive Jahr 2025. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass so vieles auf so vielen Ebenen umgesetzt wurde. Wir sind aktiv, und das soll auch in Zukunft so bleiben. Die deutsche Kultur und Sprache in Schlesien, in der Woiwodschaft Oppeln, bleibt unser Auftrag.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!




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