{"id":22589,"date":"2020-01-02T10:33:55","date_gmt":"2020-01-02T09:33:55","guid":{"rendered":"http:\/\/skgd.pl\/?p=22589"},"modified":"2020-01-02T10:44:21","modified_gmt":"2020-01-02T09:44:21","slug":"list-noworoczny-rok-historycznych-wyzwan-i-nowych-inicjatyw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/skgd.pl\/de\/list-noworoczny-rok-historycznych-wyzwan-i-nowych-inicjatyw\/","title":{"rendered":"Neujahrsbrief: Ein Jahr historischer Herausforderungen und neuer Initiativen"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Br\u00fccken statt Mauern bauen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">vor 75 Jahren, kurz vor Weihnachten des Jahres 1944, schrieb der in Breslau geborene Pastor Dietrich Bonhoeffer in einem Berliner Gef\u00e4ngnis ein Gedicht. Dort hei\u00dft es in der letzten Strophe:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eVon guten M\u00e4chten wunderbar geborgen,<br \/>\nerwarten wir getrost, was kommen mag.<br \/>\nGott ist bei uns am Abend und am Morgen<br \/>\nund ganz gewiss an jedem neuen Tag.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine Worte erhalten einen besonderen Stellenwert, wenn man wei\u00df, dass er vier Monate sp\u00e4ter, am 9. April 1945 hingerichtet wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Gedicht m\u00f6ge uns in der symbolischen Zeit des Neujahrsbeginns in zwei Dimensionen f\u00fchren: die gegenw\u00e4rtige und die historische. Besonders aktuell klingen mir die obigen Worte, wenn ich mich an jene vor gut einem Dutzend Jahren erinnere, in zehn Jahren werde es in Polen keine Deutsche Minderheit mehr geben. Mit umso gr\u00f6\u00dferer Freude und Gelassenheit schreibe ich nun einen weiteren Neujahrsbrief an die deutsche Volksgruppe in Schlesien, Pommern, Ermland, Masuren und allen Ortschaften, in denen wir leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Nachkriegstrag\u00f6die<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zugleich sei daran erinnert, dass sich im nun beginnenden Jahr das Ende des grausamen, von der nationalsozialistischen Diktatur des Dritten Reiches ausgel\u00f6sten Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal j\u00e4hrt. Auf dem durch einen Eisernen Vorhang zweigeteilten Kontinent wurde f\u00fcr Millionen Menschen das Kriegsende nicht zum Ende ihres Leidens. F\u00fcr die Deutschen \u00f6stlich davon begann nicht nur die Heimatvertreibung, sondern auch die H\u00f6lle sogenannter Arbeitslager, Verschleppung in die UdSSR, Gewalttaten, Zwangsadoption von Kindern und vieler anderer Formen des Leidens, die ebenfalls einen hohen Tribut forderten. Die nachfolgende sprachliche und kulturelle Diskriminierung, die Zwangspolonisierung von Vor- und Nachnamen, das Verbot, Deutsch zu sprechen und zu lernen und viele andere Formen der Menschen- und Minderheitenrechtsverletzung lie\u00dfen die im Gebiet des heutigen Polens und anderer mittel- und osteurop\u00e4ischer L\u00e4nder verbliebenen Deutschen auf Jahrzehnte hin zu B\u00fcrgern zweiter Klasse werden. Als eine Gemeinschaft, die in Wahrnehmung der Wohltaten des demokratischen Wandels in diesem Teil der Welt wiedererstehen konnte, schulden wir den Opfern jener Zeit unser Gedenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00f6ge das Jahr 2020 f\u00fcr jede unserer Organisationen und mehrere hundert Ortsgruppen ein Jahr der Hinwendung zu jener schwierigen Vergangenheit werden, die in der offiziellen Geschichtsvermittlung noch immer keinen Platz findet. Tun Sie das in Vortr\u00e4gen, Zeitzeugentreffen, Feierlichkeiten rund um lokale Gedenkst\u00e4tten, Gottesdienste und vielleicht auch durch neue Gedenktafeln zur Erinnerung an diese Orte. Der VdG wird Sie im Verlauf des gesamten Jahres auf besondere Weise zu Gedenkfeiern an den vom Nachkriegsleiden ganz besonders betroffenen Orten einladen, so unter anderem nach Lamsdorf, Schwientochlowitz und Potulitz. Lasst uns dann solidarisch zusammen sein, \u00fcber die Grenzen von Regionen und L\u00e4ndern hinweg. Wir sollten uns daran ein Beispiel nehmen, die Trag\u00f6die aber nicht auf Oberschlesien beschr\u00e4nken, denn sie traf die Deutschen im gesamten Osten Europas. Viele unserer polnischen Nachbarn verstehen auch unser Bed\u00fcrfnis nach Gedenken, daher sollten wir dies m\u00f6glichst zusammen mit der gesamten Einwohnergemeinschaft unserer jeweiligen Ortschaften tun. Eine Beachtung unserer Geschichtserinnerung einzufordern bedeutet nicht, Geschichte zu relativieren, sondern vielmehr, Geschichte in ihrer Gesamtheit anzustreben. Die volle historische Wahrheit ist nicht nur Voraussetzung f\u00fcr wahre Vers\u00f6hnung, sondern auch eine Komponente der Wurzeln, die notwendig sind, um die deutsche Identit\u00e4t zu verstehen und f\u00fcr kommende Generationen zu bewahren. So wandten wir uns bereits im Mai 2019 an staatliche Beh\u00f6rden Polens und Deutschlands, im Jahr des 75. Jahrestages des Kriegsendes auch an die deutschen unschuldigen Nachkriegsopfer der Rache der Sieger zu denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Au\u00dfen wirken<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr diejenigen von uns, die ihre regionale und deutsche Identit\u00e4t bewusst bewahren wollen, war das vergangene Jahr 2019 ein weiteres recht schwieriges Jahr. Besonders empfindlich traf uns das vergangene Jahr durch die vom Bildungsministerium erzwungene Reduktion der Deutschstunden in den letzten zwei Grundschulklassen. Und die Beratungen am deutsch-polnischen Runden Tisch sowie Aussagen einiger Regierungspolitiker zeigen, dass mittlerweile die sch\u00e4dliche Tendenz st\u00e4rker wird, uns polnische Staatsb\u00fcrger deutscher Nationalit\u00e4t als Werkzeuge der Au\u00dfenpolitik gegen\u00fcber Deutschland zu behandeln. So sind die Antr\u00e4ge auf deutsch-polnische Ortsschilder in mehreren Gemeinden seit einigen Jahren nicht bearbeitet worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders erfreulich ist daher, dass bei der polnischen Sejm-Wahl mehr W\u00e4hler als zuvor f\u00fcr die Liste des Wahlkomitees Deutsche Minderheit in der Woiwodschaft Oppeln gestimmt haben, sodass es uns gelungen ist, erneut einen Abgeordneten der Deutschen Minderheit dort zu etablieren. Wir sind zuversichtlich, dass der Abgeordnete Ryszard Galla sich wie bisher nicht nur f\u00fcr die W\u00e4hler aus der Oppelner Region einbringen, sondern auch ein Sachwalter der gesamten deutschen Volksgruppe in Polen sein wird. Angesichts der zunehmenden nationalistischen und europaskeptischen Tendenzen ist dieses klare Zeichen der Multikulturalit\u00e4t im polnischen Parlament auch symbolisch von Bedeutung. Ich gratuliere und danke allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Wir wissen, dass wir auch mehr h\u00e4tten erreichen k\u00f6nnen und nicht alle Hoffnungen in Erf\u00fcllung gegangen sind. M\u00f6ge uns dies ein Ansporn zu noch mehr Engagement sein, zu einer zahlreichen und aktiven Mitgliedschaft in den Strukturen unserer Organisationen, aber auch zu erh\u00f6hter kommunal- und innenpolitischer Aktivit\u00e4t, auch \u00fcber das Oppelner Schlesien hinaus. Wir brauchen angesichts des das Land spaltenden politischen Systemstreits eine m\u00f6glichst zahlreiche prodemokratische und proeurop\u00e4ische Sichtweise, die wir als Minderheit von Natur aus repr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir unterscheiden uns von den polnischen politischen Parteien darin, dass unsere St\u00e4rke stets unsere Heimat ist und die Menschen, die in ihrer Identifikation mit der deutschen Minderheit gleichzeitig auch reich an ihrer Regionalkultur sind. Ohne Ausnahme ist jedem an unseren etwa 500 Begegnungsst\u00e4tten die schlesische, pommersche oder ostpreu\u00dfische Kultur und Geschichte, die sich von der polnischen unterscheidet, sowie auch die Zukunft ihrer jeweiligen Heimat, wichtig. Diese zehntausende von Mitgliedern und Sympathisanten tragen eine Idee mit sich, welche die \u201eMenschen der ersten Stunde\u201c vor drei\u00dfig Jahren in eine Organisationsform verwandelten und die Strukturen gr\u00fcndeten, die derzeit unseren H\u00e4nden anvertraut sind. In vielen Organisationen werden wir nun das 30-j\u00e4hrige Bestehen feiern. Lasst uns dabei auch diejenigen nicht vergessen, die noch fr\u00fcher Strukturen gr\u00fcnden wollten und dabei gegen die Kraft eines totalit\u00e4ren Staates gesto\u00dfen waren und dies mit Gef\u00e4ngnisstrafen oder einer Zwangsausweisung aus der Heimat bezahlten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutsche Gemeinschaft<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Anfang an bleibt das Ziel aller Strukturen der Deutschen Minderheit unab\u00e4nderlich der Aufbau einer Gemeinschaft, die nicht nur f\u00fcr die deutsche Sprache und Kultur in Polen Sorge tr\u00e4gt, sondern auch f\u00fcr ein Gef\u00fchl des nationalen Zusammenhalts mit allen, die sich als Deutsche empfinden. Der Weg zu diesem Ziel war anders zu Beginn, als die Gr\u00fcnder noch Z\u00f6glinge deutscher Schulen waren und Polen noch au\u00dferhalb der EU war und er muss anders sein jetzt, da ihre Nachfolger \u2013 geboren und ausgebildet bereits in einer Zeit der Diskriminierung alles Deutschen und sp\u00e4ter, als die Grenze zwischen Polen und Deutschland zu einer EU-Innengrenze wurde \u2013, das Organisationsruder \u00fcbernommen haben. Es ver\u00e4ndern sich Medien, Kommunikationstechniken, kulturelle Inhalte und die Deutschkenntnisse. Mit all dem m\u00fcssen wir Schritt halten. Unsere Reihen verlassen nicht nur die \u00c4ltesten, die f\u00fcr immer gehen, sondern auch tausende junge Menschen, die nach Deutschland und in gro\u00dfe Ballungsgebiete abwandern. Trotzdem muss die deutsche Volksgruppe eine Gemeinschaft ganz konkreter Menschen bleiben. Diese Struktur, diese Tausende, die sich in den Begegnungsst\u00e4tten versammeln, k\u00f6nnen weder durch die besten Medien, noch durch Internetseiten ersetzt werden. Darum m\u00fcssen unsere Organisationen \u00fcberall dort ihren lokalen Strukturen dienen, wo diese schw\u00e4cher geworden sind und sie wiederbeleben, indem sie Kultur- und Jugendaktivit\u00e4ten animieren. M\u00f6gen die aktiveren Ortsgruppen weit um sich ausstrahlen und so zu Zentren der deutschen Kultur im weiten Umkreis werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Schmerz sehen wir Organisationen, die anscheinend dieses Ziel aus den Augen verloren haben und ihre Ortsgruppen sich selbst \u00fcberlassen. Wir w\u00fcrden es begr\u00fc\u00dfen, wenn diese sich dadurch zu mehr Aktivit\u00e4t motiviert f\u00fchlen. Das letzte Jahr brachte uns auch die Gr\u00fcndung einiger neuer Organisationen, die ihre Zukunft auf eigenst\u00e4ndige Aktivit\u00e4ten st\u00fctzen wollen. Wir w\u00fcnschen ihnen viel Erfolg und erkl\u00e4ren uns bereit zu helfen. Wir erwarten jedoch, dass alle Mitgliedsorganisationen des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen verantwortungsvoll einer aktiven T\u00e4tigkeit im Sinne ihrer Mitglieder und der von uns repr\u00e4sentierten Kultur nachgehen. Ich fordere dazu auf, interne Streitigkeiten beizulegen und keineswegs durch Mitgliederausschluss zu l\u00f6sen. Ein Entfernen aus der Gemeinschaft der Deutschen Minderheit darf nicht missbraucht werden. Menschen sind am wichtigsten und eine Amtsaus\u00fcbung muss ihnen gegen\u00fcber Dienstcharakter haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neue Herausforderungen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Erwartung an Aktivit\u00e4t ist durch ein solides Programm untermauert. Als Dachorganisation der Deutschen Minderheit k\u00f6nnen wir an der Schwelle zum Neuen Jahr unsere Freude teilen, denn unser Bem\u00fchen hat im deutschen Bundestag Anerkennung gefunden, was uns nun erm\u00f6glicht, in den f\u00fcr uns wesentlichen Bereichen verst\u00e4rkt aktiv zu werden. Bereits vor 30 Jahren haben wir bei der Vers\u00f6hnungsmesse in Kreisau das Transparent \u201eWir fordern deutsche Schulen\u201d aufgerollt. Diese Erwartung ist in Polen noch immer eine unerf\u00fcllte Forderung, ohne die es schwierig ist, die R\u00fcckst\u00e4nde einer jahrzehntelangen sprachlichen und kulturellen Diskriminierung aufzuholen. Die letzte Reduktion der Deutschstunden an Grundschulen bringt keine Hoffnung auf eine angemessene Bildungspolitik gegen\u00fcber nationalen Minderheiten. Darum ist die Entscheidung des Bundestages zur umfassenden F\u00f6rderung der au\u00dferschulischen Vermittlung der deutschen Sprache, deren Kenntnis die Grundlage des Identit\u00e4tsaufbaus ist, so wichtig. Da die staatliche Politik in der Vergangenheit weitgehend zum Zerrei\u00dfen der sprachlichen Kontinuit\u00e4t der Generationen gef\u00fchrt hat, reicht ein Basieren einzig auf der Schule nicht aus. Damit jedoch unsere Vorhaben Wirklichkeit werden k\u00f6nnen, braucht es ein starkes Verlangen und die Liebe zur Sprache unserer Vorfahren in den Familien, denn nur dann kann das neue Angebot auch Anklang finden. Das neue Angebot wird das, was durch Sprachkurse, Samstagskurse f\u00fcr Kinder oder die Jugendbox bereits geschieht, noch erweitern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Weitergabe der Identit\u00e4t erfordert auch ein Wissen um die eigenen Wurzeln und dieses setzt wissenschaftliche und dokumentarische Forschungen voraus. Die neuen F\u00f6rderschwerpunkte geben uns Zuversicht, dass das ins Leben gerufene Forschungszentrum der Deutschen Minderheit gut in Schwung kommt und in Oppeln ein Dokumentations- und Ausstellungszentrum entsteht, wo Deutsche, nicht nur aus Schlesien, sondern auch aus Pommern, dem Ermland und Masuren, ihre Geschichte und dabei insbesondere ihre Nachkriegsgeschichte, die noch immer nach Wiederentdeckung und Verbreitung verlangt, lernen k\u00f6nnen. Das j\u00fcngste Ringen mit dem Bildungsministerium zeigt, dass wir f\u00fcr unsere Kinder Vereinsschulen ben\u00f6tigen, die mit Organisationen der Deutschen Minderheit eng verbunden sind und ihr Angebot an Familien mit einer deutschen Identit\u00e4t richten. Es geht dabei nicht lediglich um eine gute Kenntnis der deutschen Sprache, sondern auch darum, die Kinder in Offenheit f\u00fcr die eigene Kultur und Identit\u00e4t zu erziehen, welche sich von der der Mehrheitsbev\u00f6lkerung unterscheidet. Um eine Erziehung im europ\u00e4ischen Geiste der Offenheit, Toleranz und Multikulturalit\u00e4t. Die j\u00fcngsten Beschl\u00fcsse des Bundestages erm\u00f6glichen es uns, solche Schulen zu suchen, sie zu gr\u00fcnden und die von unseren aktiven Mitgliedern initiierten zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Volksz\u00e4hlung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Jahr 2020 geht einer nationalen Volksz\u00e4hlung voraus, bei der wir wie immer Gelegenheit bekommen, unsere nationale Identit\u00e4t zu demonstrieren. Lasst uns diese Thematik in unseren Organisationen, Gruppen und Projekten aufgreifen. Das Bed\u00fcrfnis nach einer klaren Definition der eigenen Nationalit\u00e4t ist kein allt\u00e4gliches Erfordernis. Unsere kulturelle Identit\u00e4t ist vielschichtig, denn wir sind Deutsche und dabei immer noch z.B. Schlesier oder Erml\u00e4nder. Einer klaren Bestimmung der deutschen Volkszugeh\u00f6rigkeit sind die nationalistischen Tendenzen in der Politik und den Medien oder auch \u00c4ngste aus der Vergangenheit nicht f\u00f6rderlich. Viele, insbesondere global orientierte junge Menschen suchen nach einer postnationalen Identit\u00e4t. Wir sollen Nationalit\u00e4t weder mit globalen Begrifflichkeiten, noch mit regionaler Identifikation oder der Staatsb\u00fcrgerschaft verwechseln. Wir sollten uns \u00f6ffnen, auf dass wir in der Lage sind, uns zu einer weitgefassten deutschen Nationalit\u00e4t zu bekennen, die uns nicht nur mit den Deutschen in Deutschland verbindet, sondern auch mit denjenigen, die \u00e4hnlich wie wir als nationale Minderheiten in 25 L\u00e4ndern Europas leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele von ihnen ringen mit \u00e4hnlichen Problemen wie wir. Deshalb werden wir uns nun weiterhin gemeinsam mit anderen nationalen Minderheiten darum bem\u00fchen, dass den Minderheitenrechten und ganz besonders ihrer Umsetzung EU-weit mehr Bedeutung verliehen wird. Auch in Polen m\u00f6chten wir, ebenso wie unsere Landsleute in Rum\u00e4nien oder die Polen in Litauen, eigene Schulen mit muttersprachlichem Unterricht haben. Als VdG haben wir uns f\u00fcr die erfolgreich ausgegangene Europ\u00e4ische B\u00fcrgerinitiative \u201eMinority SafePack\u201d eingesetzt und bem\u00fchen uns jetzt darum, dass sie in der EU-Kommission und im Europ\u00e4ischen Parlament \u00fcbernommen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All denjenigen, die unserer Volksgruppe ihre Arbeit und Aktivit\u00e4t, insbesondere ehrenamtlich, geschenkt haben, danke ich herzlich. Gehen wir nun weiter Arm in Arm zu den Herausforderungen des Jahres 2020. M\u00f6gen uns dabei die Worte des Dichters Ulrich von Hutten aus dem 15. Jahrhundert voranleuchten: \u201eDeutsche sind dort, wo starke Herzen sind.\u201d Ich danke allen, die unsere Ziele und Projekte unterst\u00fctzen, darunter den Regierungen Polens und Deutschlands. Haben wir keine Scheu, uns mutig um alles zu bem\u00fchen, was unsere deutsche Identit\u00e4t festigen wird. Denken wir daran, dass die Hervorhebung der eigenen Verschiedenheit und eigener Bed\u00fcrfnisse nicht dabei hinderlich sein muss, Br\u00fccken statt Mauern zu bauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Hoffnung auf einen gemeinsamen Weg m\u00f6chte ich nun mit einem Gl\u00fcckwunsch und Gedanken aus dem eingangs angef\u00fchrten Gedicht von Dietrich Bonhoeffer schlie\u00dfen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eVon guten M\u00e4chten treu und still umgeben,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">beh\u00fctet und getr\u00f6stet wunderbar,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">so will ich diese Tage mit Euch leben,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">und mit euch gehen in ein neues Jahr.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich w\u00fcnsche uns allen, die wir die Gemeinschaft der Deutschen in Polen bilden, unseren Freunden und Sympathisanten, viel Eifer und Hingabe in ihrer Arbeit, aber auch Genugtuung \u00fcber die erreichten Ziele. Ich w\u00fcnsche, dass wir konsequent sein m\u00f6gen, besser verstanden und unterst\u00fctzt beim Aufbau einer durch ihre sprachliche und kulturelle Vielfalt reichen Gesellschaft. Ich w\u00fcnsche, dass Gott Euch Gesundheit und Gl\u00fcck im Leben schenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bernard Gaida<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pr\u00e4sident des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Br\u00fccken statt Mauern bauen &nbsp; Sehr geehrte Damen und Herren, vor 75 Jahren, kurz vor Weihnachten des Jahres 1944, schrieb der in Breslau geborene Pastor Dietrich Bonhoeffer in einem Berliner Gef\u00e4ngnis ein Gedicht. Dort hei\u00dft es in der letzten Strophe: \u201eVon guten M\u00e4chten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. 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