{"id":19465,"date":"2019-01-05T09:01:03","date_gmt":"2019-01-05T08:01:03","guid":{"rendered":"http:\/\/skgd.pl\/?p=19465"},"modified":"2019-01-05T09:01:03","modified_gmt":"2019-01-05T08:01:03","slug":"list-noworoczny-bernarda-gaidy-przewodniczacego-znssk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/skgd.pl\/de\/list-noworoczny-bernarda-gaidy-przewodniczacego-znssk\/","title":{"rendered":"Neujahrsbrief des VDG-Vorsitzenden Bernard Gaida"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<div class=\"itemIntroText\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder der deutschen Volksgruppe in Polen und Freunde der deutschen Minderheit,&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"itemFullText\">\n<p style=\"text-align: justify;\">wieder einmal ist ein Jahr voller Aktivit\u00e4t und angestrengter Arbeit vergangen. Ein Jahr, das erf\u00fcllt war von gr\u00f6\u00dferen und kleineren Erfolgen und mitunter auch Misserfolgen. Die Erfolge lassen sich unm\u00f6glich alle nennen, denn jede der nahezu 15.000 Einzelma\u00dfnahmen in unseren fast 500 Begegnungsst\u00e4tten, die \u00fcber das heutige Nord- und Westpolen verstreut sind, hat dank Ihrer Kreativit\u00e4t zur erfolgreichen Umsetzung vieler unserer Ziele beigetragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ringen mit der Vergangenheit<\/strong><br \/>\nJahrzehntelang k\u00e4mpften wir uns durchs Leben in einem Land, das infolge der Nachkriegsver\u00e4nderungen den einstigen deutschen Osten in seine Grenzen eingeschlossen und dabei versucht hatte, alle deutschen Spuren zu verwischen. Darum m\u00fcssen wir nun in einem Polen, das nach 1989 die Existenz nationaler Minderheiten, darunter auch einer deutschen Volksgruppe, anerkannt und ihnen verfassungsrechtlich eine Pflege ihrer jeweiligen Muttersprache und Kultur garantiert hat, mit den Folgen jener Zeit ringen. Jedes unserer Projekte dient dazu, die in unseren Familien und Regionen verlorene Vitalit\u00e4t der deutschen Sprache und Kultur wiederherzustellen. Wir tun dies, um uns gegenseitig im Gef\u00fchl einer kulturellen Verbundenheit mit allen Deutschen zu best\u00e4rken, sowohl in Deutschland, als auch in \u00fcber 25 L\u00e4ndern, die ebenfalls von deutschen Minderheiten bewohnt werden. Zusammen mit ihnen teilen wir die \u00dcberzeugung, dass wir auf diese Weise die L\u00e4nder, in denen wir leben, bereichern und dabei die Idee eines Europa der Einheit in Vielfalt verfolgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Ziele sind vorrangig in den Bereichen Kultur und Sprache angesiedelt, um sie aber auch erreichen zu k\u00f6nnen, sind wir auf allen Feldern des gesellschaftlichen und politischen Lebens aktiv. So blicken wir nun zur\u00fcck auf ein Jahr, das reich war an kulturellen Projekten, unter denen ich ganz besonders das mittlerweile sechste Kulturfestival der Deutschen Minderheit nennen m\u00f6chte, welches alle drei Jahre tausende von deutschen Schlesiern, Pommern sowie Bewohnern des Ermlandes und Masurens in der Breslauer Jahrhunderthalle zusammenbringt. Auf der B\u00fchne und im Foyer begegneten wir dabei einer gro\u00dfen F\u00fclle unserer Aktivit\u00e4ten, von Kulturgruppen \u00fcber das Schulwesen bis hin zu unserem popul\u00e4rwissenschaftlichen Wirken. Erstmals haben nun die Staatspr\u00e4sidenten Polens und Deutschlands die Schirmherrschaft \u00fcber diese gro\u00dfe Veranstaltung \u00fcbernommen. Aus den Worten von Pr\u00e4sident Andrzej Duda konnten wir entnehmen, wir seien \u201eeine sehr aktive Gemeinschaft, die piet\u00e4tsvoll ihre kulturellen Wurzeln, Traditionen und Folklore pflegt und zugleich sehr engagiert an Polens \u00f6ffentlichem Leben teilnimmt\u201d. Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier verwies seinerseits auf die Rolle unserer Volksgruppe bei der Vertiefung guter Beziehungen auf der Ebene der B\u00fcrgergesellschaften Polens und Deutschlands.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rolle der Minderheit<\/strong><span>&nbsp;<\/span><br \/>\nDiese Beziehungen, die Situation und die Rolle der deutschen Minderheit wurden im Juni bei unserem Treffen mit dem deutschen Bundespr\u00e4sidenten thematisiert. Die Begegnung hat zweifellos auch die Bedeutung herausgehoben, die unserer Volksgruppe vor dem Hintergrund der nicht immer sehr guten politischen Beziehungen zugeschrieben wird. Der Aufrechterhaltung dieser Beziehungen dienen hunderte unserer Projekte mit dem Ziel, Geschichte sowie das moderne Deutschlandbild und unsere Kultur n\u00e4herzubringen sowie diese mitunter auch zu entzerren. Ebenso dienen hunderte von Partnerschaften zwischen Gemeinden, Schulen und Vereinen, die wir in die Wege leiten und an denen wir uns beteiligen, diesem Zweck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser \u00f6ffentliches Engagement im vergangenen Jahr hat sich ganz besonders durch unsere Teilnahme an den Kommunalwahlen manifestiert. In der Woiwodschaft Oppeln haben wir traditionell eine eigene Liste aufgestellt und verbuchten einen Erfolg, dessen deutliche Zeichen die erste Sejmik-Legislaturperiode mit einem Vertreter der Deutschen im Amt des Sejmik-Vorsitzenden &#8211; Rafa\u0142 Bartek &#8211; sowie ein Koalitionsvertrag mit vielen unserer Programmans\u00e4tze sind. Leider gab es an verschiedenen Stellen auch Misserfolge, die oft einen gesamtpolnischen Hintergrund hatten. Die Wahlen haben aber auch gezeigt, dass die Anzahl der Stimmen f\u00fcr die Liste der Deutschen Minderheit nicht allein vom Wahlkampf abh\u00e4ngig ist, sondern auch von der Aktivit\u00e4t unserer jeweiligen Ortsstruktur im Alltag. Uns freuen die Wahlerfolge unserer Mitglieder auch au\u00dferhalb der Woiwodschaft Oppeln. Allen Gew\u00e4hlten gratuliere ich und bitte um eine gute Mitarbeit zum Wohl aller B\u00fcrger, darunter auch der deutschen Volksgruppe. Ich denke den W\u00e4hlern, die ihre Stimmen f\u00fcr unsere Kandidaten abgegeben haben, ganz besonders denjenigen von ihnen, die so votiert haben, obwohl sie selbst keine Mitglieder der Minderheit sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Jahr der Jubil\u00e4en<\/strong><span>&nbsp;<\/span><br \/>\nDas Jahr, das nun beginnt, beinhaltet zahlreiche Jahrestage von Ereignissen, die das Schicksal der Welt, Europas, unserer Vorfahren und unser eigenes gepr\u00e4gt haben. Zum Weltfriedenstag vor 30 Jahren erlie\u00df Johannes Paul II. die Botschaft \u201eUm Frieden zu schaffen, Minderheiten achten\u201d mit den folgenschweren Worten: \u201eEin anderes Recht, das es zu sch\u00fctzen gilt, ist das Recht der Minderheiten, die eigene Kultur zu bewahren und zu entfalten. Es ist nicht selten, dass Minderheitsgruppen von kultureller Ausl\u00f6schung bedroht werden. An einigen Orten ist n\u00e4mlich eine Gesetzgebung eingef\u00fchrt, die ihnen das Recht, ihre eigene Sprache zu sprechen, nicht anerkennt. Manchmal werden auch Vor- und Nachnamen sowie die geografischen Bezeichnungen zwangsweise ge\u00e4ndert.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen nicht vergessen, dass damals, insbesondere in Oberschlesien, die deutsche Kultur und Sprache ebensolchen Ma\u00dfnahmen unterworfen war. Wie wir wissen, lag der ersten deutschsprachigen Messe in Oberschlesien nach dem Krieg, die am 4. Juni 1989 auf dem Sankt Annaberg zelebriert wurde, der in dieser Botschaft zum Ausdruck gebrachte Wille des Papstes zugrunde. Die p\u00e4pstliche Botschaft bleibt aktuell, denn wir wissen, dass viele Minderheitenrechte noch immer nicht umgesetzt werden und das Problem Sprache, das untrennbar mit dem Schulwesen verbunden ist, uns nach wie vor beunruhigt. Die H\u00f6he der Aufwendungen kann, wenn sie nicht in einer angemessenen Qualit\u00e4t des Deutschunterrichts resultiert, kein Grund zur Zufriedenheit sein. Die Vermittlung des Deutschen als Minderheitensprache muss n\u00e4mlich eine Deutschkenntnis auf alltagssprachlichem Niveau hervorbringen. F\u00fcr die Umsetzung der bereits angenommenen Verpflichtungen und Ziele sind in Polen systemische Ver\u00e4nderungen und ihre konsequente Implementierung n\u00f6tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 2019 j\u00e4hren sich die ersten Wahlen, die, wenngleich noch nicht ganz demokratisch, dennoch zur Grundlage f\u00fcr den Aufbau eines auf demokratischen Grunds\u00e4tzen basierenden Landes geworden sind, zum 30. Mal. Besonders deutlich zu h\u00f6ren war dies im Expos\u00e9 von Premierminister Tadeusz Mazowiecki, der darin die Umsetzung unver\u00e4u\u00dferlicher Rechte der nationalen Minderheiten in Aussicht stellte. Diese Wahlen sowie Premierminister Mazowiecki und Bundeskanzler Kohl stehen f\u00fcr uns untrennbar in Zusammenhang mit dem 30-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der sog. Vers\u00f6hnungsmesse in Kreisau, die tausende sich zu ihrer deutschen Herkunft bekennenden B\u00fcrger Polens zusammenf\u00fchrte und ein erstes \u00f6ffentliches Manifest f\u00fcr die Existenz einer zahlreichen deutschen Minderheit war. Sie \u00f6ffnete symbolisch den Weg zu den deutsch-polnischen Vertr\u00e4gen, mit denen wir eine vertragliche Verankerung gewonnen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer, die nicht nur Berlin, sondern ganz Europa teilte und uns dabei besonders schmerzlich von dem Land trennte, in dem wir verwurzelt sind, und von Menschen, die uns kulturell aber auch famili\u00e4r nahe stehen. Aus dem restlichen Deutschland durch Nachkriegsver\u00e4nderungen gerissen, konnten wir vor 70 Jahren nicht an der Freude \u00fcber die Gr\u00fcndung einer demokratischen Bundesrepublik Deutschland auf den Tr\u00fcmmern des Dritten Reiches teilhaben. Der Fall der Mauer f\u00fchrte jedoch letztendlich dazu, dass wir zusammen mit ganz Polen vor 15 Jahren zu ebensolchen B\u00fcrgern der Europ\u00e4ischen Union geworden sind wie auch andere Deutsche. Wir sch\u00e4tzen diese Ereignisse, die uns die R\u00fcckkehr in die westliche Kulturgemeinschaft, deren Mitglieder wir historisch seit Jahrhunderten gewesen sind, erm\u00f6glicht haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schwierige Jahrestage<\/strong><br \/>\nDas Jahr 2019 bedeutet auch den 80. Jahrestag des \u00dcberfalls Nazi-Deutschlands auf Polen im Jahr 1939, unterst\u00fctzt vom Angriff Sowjetrusslands. Er brachte eine Hekatombe an Opfern unter Soldaten und Millionen unschuldigen Zivilisten vieler L\u00e4nder. Deutschland selbst brachte er neben dem Tod von Millionen B\u00fcrgern auch den Ruin des Landes, die Trag\u00f6die der Teilung und Vertreibung und von Hunderttausenden von Deutschen, die in den L\u00e4ndern Mittel- und Osteuropas geblieben waren, die Leiden der Nachkriegsjahre und eine kulturelle Diskriminierung auf Jahrzehnte hinaus. M\u00f6ge dieser Jahrestag uns alle warnen vor Regierungsformen, welche die demokratischen Prinzipien der Machtaus\u00fcbung in Frage stellen, vor nationalistischen Tendenzen und einem Anfechten der europ\u00e4ischen Integration, der wir einen dauerhaften Frieden verdanken. Das bezeugen auch die Worte Johannes Paul II. in der bereits erw\u00e4hnten Botschaft: \u201eder Friede nicht lediglich darin besteht, dass kein Krieg ist, und auch nicht allein auf das Zustandebringen eines Gleichgewichtes entgegengesetzter Kr\u00e4fte eingeschr\u00e4nkt werden darf, sondern es ist ein dynamischer Prozess, der alle freidensstiftenden Faktoren in Betracht ziehen sollte (\u2026)\u201d. Bei den Feierlichkeiten zum Gedenken an dieses Datum sollten wir an alle Gefallenen und Ermordeten ungeachtet ihrer Nationalit\u00e4t denken und dabei f\u00fcr Zusammenarbeit, Frieden, Integration und Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr alle Kulturen und Sprachen werben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der polnische Sejm hat dieses Jahr zum Jahr der Polnischen Aufst\u00e4nde in Schlesien erkl\u00e4rt, denn der 1. Polnische Aufstand j\u00e4hrt sich nun zum 100. Mal. Wir haben in unseren Familien schon immer gewusst, dass die bewaffneten Aufst\u00e4nde in Schlesien in den Jahren 1919 bis 1921 ein tragischer Konflikt waren, bei dem sich Br\u00fcder und Menschen mit derselben Heimat gegen\u00fcberstanden. Wir erinnern uns an die Worte von Pr\u00e4sident Bronis\u0142aw Komorowski, der mit Bezug auf die Aufst\u00e4ndischen sagte: \u201eViele haben f\u00fcr ihren Traum von einem polnischen Schlesien ihr Leben geopfert\u201c. Er f\u00fcgte jedoch hinzu, dass sich damals gegen die schlesischen Aufst\u00e4ndischen auch andere Schlesier stellten, \u201ediejenigen, die sich als Deutsche f\u00fchlten und wollten, dass Schlesien weiterhin ein Teil Deutschlands blieb\u201c. Im R\u00fcckblick auf die damalige tragische Teilung Schlesiens sollten wir bem\u00fcht sein, unsere Mitmenschen f\u00fcr eine echte deutsch-polnische Vers\u00f6hnung und gutnachbarliche Beziehungen zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wahlen stehen uns bevor<\/strong><span>&nbsp;<\/span><br \/>\nDie Jahrestage helfen uns dabei, die Akzente unserer T\u00e4tigkeit zu setzen, aber wir schreiben heute selbst Geschichte. Errungenschaften sind nicht ein f\u00fcr alle Mal gegeben und wir m\u00fcssen sie nicht nur aktiv verteidigen, sondern auch weiterentwickeln. Uns stehen nun die Wahlen zum Europ\u00e4ischen Parlament sowie zum polnischen Sejm und Senat bevor. Wir wissen, dass die europ\u00e4ischen Institutionen f\u00fcr uns der internationale Garant der Rechte nationaler Minderheiten sind. Sie sind besonders sensibel, wenn es darum geht, dass in Staaten der Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit und unabh\u00e4ngige Gerichte bewahrt werden. Wir sind lebhaft interessiert an einem guten deutsch-polnischen Verh\u00e4ltnis und die europ\u00e4ische Plattform ist ein sehr guter Ort f\u00fcr ihre Gestaltung. Die Europ\u00e4ische Union gr\u00fcndet sich auf das uns nahestehende Prinzip der Einheit in Vielfalt. Aus diesen und auch anderen Gr\u00fcnden sind wir an einer Vertiefung der europ\u00e4ischen Integration interessiert und sollten dem nun Ausdruck verleihen durch unsere zahlreiche Teilnahme an der Europawahl und unsere Unterst\u00fctzung f\u00fcr diejenigen Kandidaten, die dieser Idee ergeben sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Abgeordneten der Deutschen Minderheit sind seit den ersten vollkommen freien Wahlen 1991 im polnischen Sejm vertreten und ihre Rolle kann unm\u00f6glich untersch\u00e4tzt werden. Mit nur noch einem Abgeordneten in den Sejm-B\u00e4nken f\u00fchlen wir, wie wertvoll das ist. Wir werden uns dessen immer wieder bewusst, wenn wir als Volksgruppe z.B. einer Gesetzesauslegung gegen\u00fcberstehen, welche die Anzahl der Deutschstunden in den Grundschulklassen 7 und 8 begrenzen will, einem begrenzten Zugang zu bestimmten Berufen wegen des Besitzes auch der deutschen Staatsb\u00fcrgerschaft oder auch einer f\u00fcr unsere Geschichtserinnerung gef\u00e4hrlichen Novelle zum IPN-Gesetz. Seit der letzten Parlamentswahl ist der Abgeordnete der Deutschen Minderheit Ryszard Galla der einzige Abgeordnete, der irgendeine nationale Minderheit vertritt. Er ist somit zum Sachwalter auch aller anderen nationalen und ethnischen Minderheiten geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Uns steht nun eine Sejm-Wahl in einem dramatisch gespaltenen Land ins Haus. Eine starke Polarisierung ist kleinen Gruppierungen nie f\u00f6rderlich. Denken wir daran, dass kein Platz f\u00fcr die Deutsche Minderheit im Voraus garantiert ist, wie so mancher glaubt. Ob wir ihn auch bekommen, h\u00e4ngt von unserer Wahlbeteiligung ab. Niemand von unseren Mitgliedern und Sympathisanten darf an den Wahlurnen fehlen. F\u00fcr eine unruhige Zeit brauchen wir eine st\u00e4rkere parlamentarische Repr\u00e4sentanz. Das ist m\u00f6glich!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 2019 erwarten uns auch Wahlen innerhalb unserer Strukturen. Dies gilt f\u00fcr die SKGD im Oppelner Schlesien, die SKGD in der Woiwodschaft Schlesien, die DSKG Breslau und f\u00fcr die Organisationen in anderen Regionen. Von diesen Wahlen h\u00e4ngt unsere Kondition ab, die wir f\u00fcr das Wichtigste brauchen, also f\u00fcr die gegenseitige Unterst\u00fctzung voneinander, von Familien, Kindern und Jugendlichen in Treue gegen\u00fcber unserer regionalen und zugleich deutschen Identit\u00e4t. Diese k\u00f6nnen wir jedoch nicht bewahren, ohne in unseren H\u00e4usern das Deutsche als Alltagssprache wiederherzustellen. Trotz der Tatsache, dass mehr als 50.000 Sch\u00fcler Deutsch in der Schule als Minderheitensprache lernen, kann die Qualit\u00e4t des Bildungssystems ohne Unterst\u00fctzung in Familienh\u00e4usern und DFKs kein hohes Niveau der Deutschkenntnis gew\u00e4hrleisten. Wir sollten uns in jeder Lebensphase dazu mobilisieren, Deutsch zu lernen und ganz besonders Deutsch zu sprechen. Nutzen Sie dazu auch das Angebot an Sprachkursen f\u00fcr Erwachsene, die Samstagskurse und das Sporttraining f\u00fcr Kinder in Verbindung mit der Vermittlung der deutschen Sprache, auch den Sprachunterricht f\u00fcr Jugendliche. Von den Schulen m\u00f6gen die Eltern ein zunehmend besseres Angebot und insbesondere den zweisprachigen Unterricht verlangen. Von den Politikern und Regierungen dagegen m\u00fcssen wir eine effektive Realisierung der ihrerseits gesteckte Ziele verlangen. Zur Identit\u00e4t geh\u00f6rt auch das Wissen \u00fcber uns selbst, unsere Traditionen, Geschichte, sowie die Gesamtheit der deutschen Kultur und ihres Erbes und ihrer Zukunft. Damit kann man bei hunderten von Projekten, die sich in unseren Gruppen organisieren lassen und bereits veranstaltet werden, Umgang pflegen. In einigen hundert Gruppen haben und brauchen wir Menschen, die in Sorge um das Deutschsein bereit sind, ihre Zeit und ihre Talente zu opfern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unsere Priorit\u00e4ten<\/strong><span>&nbsp;<\/span><br \/>\nEs ist eine wichtige Zeit f\u00fcr die Organisation. Die Deutsche Minderheit st\u00fctzt sich auf hunderte von Ortsgruppen. Die Analyse der Aktivit\u00e4t und des Potenzials dieser Gruppen zeigt, dass viele von ihnen mehr Unterst\u00fctzung durch die st\u00e4rkeren Gruppen und den hauptamtlichen Teil unserer Organisationen ben\u00f6tigen. Als Gemeinschaft m\u00fcssen wir durch gegenseitige Hilfe handeln. Unsere Kraft steckt in keiner Region in den Gro\u00dfst\u00e4dten, sondern in kleinen Ortschaften und kleinen Gruppen. Ihre Position muss akzentuiert werden. Sogar die kleinsten, vor allem aber die gro\u00dfangelegten Projekte m\u00fcssen zweckm\u00e4\u00dfig und gut vorbereitet sein, damit sie attraktiv der Identit\u00e4tsst\u00e4rkung dienen k\u00f6nnen. Ein oberfl\u00e4chliches Handeln ohne ein echtes Engagement f\u00fcr die Umsetzung dieses Ziels ist eine Gefahr, die wir vermeiden m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Jugendarbeit hat Vorrang. Wir wissen, dass junge Menschen kein Interesse daran haben, nur zur Schau zu handeln, denn ihr jugendlicher Eifer sucht nach Authentizit\u00e4t. Objektiv gesehen befinden sich die Jugendlichen oft auf ihrem eigenen Weg zur Identit\u00e4tsfindung. Daran m\u00fcssen besonders diejenigen denken, denen junge Menschen selbst die Leitung ihrer Organisation BJDM oder von Studentenverb\u00e4nden anvertraut haben. Aber auch alle anderen Funktionstr\u00e4ger der Minderheit d\u00fcrfen das nicht vergessen, denn ihre jeweiligen Ortschaften sind es, wo junge Menschen einbezogen werden k\u00f6nnen und wo man ihnen Platz und Unterst\u00fctzung geben kann. Planen Sie Ihre Projekte zusammen mit der Jugend und f\u00fcr sie. Das ist unser vitales Interesse!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich danke allen, die ihre private Zeit unserer Gemeinschaft schenken. Ich danke allen, die aufrichtig ihrer Arbeit in den Strukturen der deutschen Minderheit, unseren Medien und assoziierten Organisationen nachgehen. Ich danke den Regierungen Polens und Deutschlands, den diplomatischen Vertretungen, unseren Partnern in beiden L\u00e4ndern f\u00fcr ihre Unterst\u00fctzung, ohne die unser Wirken nicht m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In das Jahr 2019 treten wir mit einer guten Absicherung unserer Projekte beiderseits ein. Es ist eine W\u00fcrdigung unserer bisherigen T\u00e4tigkeit. Ich appelliere darum, im Jahr des 30. Jubil\u00e4ums der Messe von Kreisau das deutsch-polnische Verh\u00e4ltnis zu beleben und es erneut auf einen Weg des gegenseitigen Vertrauens, der beschleunigten und bereitwilligen Umsetzung gemeinsamer Ziele bringen. Einige von ihnen, die auf unsere Veranlassung hin in der Erkl\u00e4rung des Deutsch-Polnischen Runden Tisches festgeschrieben sind, warten seit Jahren auf ihre Verwirklichung, von einer Verbesserung und umfassenderen Realisierung der Strategie des Schulwesens f\u00fcr unsere Sch\u00fcler bis hin zum Postulat, die Geschichte der Deutschen im Nachkriegspolen zu erforschen und zu pr\u00e4sentieren. Wir hoffen nicht nur auf eine Wiederaufnahme der Arbeit dieses Gremiums, als vielmehr auf eine sichergestellte Umsetzbarkeit der Ziele, die nach wie vor aktuell sind, sowie eine Modifizierung derjenigen, die es angesichts der zur\u00fcckliegenden Jahre verlangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich w\u00fcnsche Ihnen Erfolg und Genugtuung in Ihrer Arbeit auf dem Weg der weiteren Entfaltung der Hinterlassenschaft unserer Vorfahren sowie auch in beruflichem und privatem Leben<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bernard Gaida<br \/>\nVorsitzender<br \/>\ndes Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen<\/p>\n<\/div>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder der deutschen Volksgruppe in Polen und Freunde der deutschen Minderheit,&nbsp; wieder einmal ist ein Jahr voller Aktivit\u00e4t und angestrengter Arbeit vergangen. Ein Jahr, das erf\u00fcllt war von gr\u00f6\u00dferen und kleineren Erfolgen und mitunter auch Misserfolgen. 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